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Das Automobil ist ein typisches Beispiel, das die Entwicklung eines Produktes nicht kontinuierlich verläuft. In der Regel wechseln sich in der Produktentwicklung Phasen der Stagnation mit Phasen sprunghafter Veränderung ab.

Viele naturwissenschaftliche Gebiete sind an der Entwicklung von Fahrzeugkomponenten beteiligt. Die jeweiligen Entwicklungsstände der Wissenschaftsgebiete bestimmen damit die Gesamtentwicklung des Automobiles.

Jeder Entwickler wollte das Produkt seines Vorgängers oder Mitbewerber verbessern, um das Automobil zu verbessern oder sich am Markt zu etablieren.
So entwickelte Rudolf Diesel seinen Motor mit dem Ziel den Wirkungsgrad des eingesetzten Benzin-Motors zu verbessern.
Vom ersten Motorwagen um 1886 bis etwa in die 1960ziger Jahre wurde das Automobil in stetiger Entwicklungsarbeit vervollkommnet. Die Entwicklungsschritte waren mehr oder weniger groß. Das Automobil war zuverlässig aber nicht besonders innovativ.

Dies änderte sich mit den Forschungsfortschritten in der Elektronik- und Grundstoffindustrie. Kunststoffe, verbesserte Stähle und leistungsfähigere Elektronikkomponenten gaben der Fahrzeugentwicklung einen neuen Aufschwung.
Sprach bis dahin von Mitteltechnologie wurde auch jetzt das Automobil zum Hochtechnologieträger.

Mit der Einführung der CAD-Konstruktion wird die Entwicklung eines Fahrzeuges zeitlich verkürzt aber auch Konstruktionsmängel, die bei der Zusammenarbeit mehrerer Mitarbeiter zwangsläufig auftreten, können erkannt und vermieden werden. Voraussetzung für das CAD-System sind leistungsfähige Rechner. Neuester Stand der Technik sind Darstellungsplattformen, die den Konstruktionsfortschritt in
3D-Darstellung zeigen. Dadurch kann sofort nach Eingabe des Bauteiles in das system festgestellt werden, ob das Bauteil sich einfügt und die Vorgaben des Lastenheftes erfüllt.
Mit der Simulationssoftware kann Entwickler schnell und mit geringen Kosten die Funktionalität des Fahrzeugsystems überprüfen.

Hochtechnologie der Karosseriemontage

Hochtechnologie findet auch in der Karosseriemontage statt. Der Einsatz „Tailored Blanks“, Stahlbleche die unterschiedliche Dicken aufweisen, hat die Karosserie leichter und Stabiler werden lassen. Auch in den Fügeverfahren hat sich einiges verändert. So erlebt das Kleben eine Renaissance.
In der Antriebstechnik hat die Elektronik eine Revolution ausgelöst. Die Vergaser sind ab den Jahre 1991 aus dem PKW verschwunden, die Elektronische Benzineinspritzung sich vollständig durchgesetzt. Mit dem Einsatz der Einspritzsysteme wurde die Leistung und Kraftstoffverbrauch erheblich verbessert.
Die Entwickler legten ab den 1980ziger Jahren immer mehr Wert auf die Sicherheit der Fahrzeuge. Elektronischen Systeme der aktiven und passiven Sicherheit werden verstärkt eingebaut. Den Anfang machte das Antiblockiersystem (ABS) mit der Antriebsschlupfregelung (ASR). Später kommt die elektronische Bremskraftverteilung (EBV) hinzu. Mit der Einführung der EBV nutzt die Fahrzeugindustrie die Elektronik auch zur Kostensenkung, ob diese an den Kunden weitergegeben wird ist allerdings fraglich.

Die drei Systeme (ABS, ASR und EBV) sind aktive Sicherheitssysteme, das bedeutet sie können durch ihren Regeleingriff einen Unfall verhindern.
Passiver Sicherheitssysteme sollen die Unfallfolgen für die Insassen mindern.
In den 1980ziger Jahren führt die Automobilindustrie den Airbag ein. Ein System mit enormem Entwicklungsaufwand, da die elektronische Steuerung mit der Sensorik und der pyrotechnische Gasgenerator bei einem Unfall und nur bei diesem den Airbag auslösen muss. Nach dem die Technologie für den Fahrer- und Beifahrerairbag ausgereift war, konnte weitere Airbagsysteme einführen. Den Seiten-, Kopf und Knieairbag.

Die elektronischen Systeme im Fahrzeug wurden durch die geringe Rechenleistung der Steuergeräte begrenzt. Erst nach der Einführung der digitalen Signalverarbeitung kam in die Fahrzeugentwicklung wieder Bewegung.
Das „Elektronische Stabilisierungsprogramm“ ESP erblickte das Licht der Welt.
Das System verhindert das Ausbrechen des Fahrzeuges bei normaler Fahrt, ohne das der Fahrer eingreifen muss.

Welcher Aufwand bei der Entwicklung von Hochtechnologie betrieben werden muss, zeigt die Entwicklung der Benzin-Direkteinspritzung. Über 15 Jahre wurde allein an dem Gemischbildungs- und Brennverfahren geforscht. Danach wurde das System in das Fahrzeug integriert und die Abgasnachbehandlungstechnologie entwickelt.
Insgesamt hat die Entwicklung bis zur Serienreife ca. 25 Jahre gedauert.

Wie jede Entwicklung haben Systeme der Hochtechnologie neben ihren unbestrittenen Vorzügen auch den berüchtigten „Pferdefuß“. Der Einsatz elektronischer Systeme verleitet dazu Entwicklungsarbeit und Testphasen aus Kostengründen zu minimieren. Das kann böse Überraschungen für den Käufer dieses Fahrzeuges haben.
Ein Fahrzeug muss auch bei Ausfall aller elektronischen Sicherheitssysteme immer noch sicher fahrbar sein.
Die steigende Anzahl der Steuergeräte im Automobil (heute ca. 70 Stück) und deren Vernetzung bringt Probleme bei der Zuverlässigkeit im Fahrbetrieb und der Fehlersuche in der Werkstatt.

Die Automobilindustrie wird den Hochtechnologiesektor Elektronik weiter vorantreiben um die Absatzchancen zu erhöhen und die Produktionskosten zu senken.
Wir werden in den nächsten Jahren Hybrid-, Brennstoffzellen- und Elektrofahrzeuge im Straßenbild sehen. Die Assistenz- und Kommunikationssysteme werden weiter entwickelt und in die Fahrzeuge eingeführt. Ziel wird es sein den Fahrer das Führen des Kfz zu erleichtern. Dieses Ziel ist aber stark gesetzliche und haftungsrechtliche Rahmenbedingenungen gebunden.

Andere Hersteller werden Fahrzeuge bauen, die sich wieder auf die Grundzüge des Fahrzeuges beziehen, ohne elektronischen Schnickschnack.